Ich bin promovierter mathematischer Physiker, habe mich in den letzten Zügen meines Diplomstudiums jedoch dazu entschieden, später Lehrer zu werden. Neben Geschick beim und Freude am Vermitteln fachlicher Inhalte war ein ausschlaggebender Grund das schlechte Ansehen meiner Fächer, das sich in Phrasen wie etwa

  • In Mathe war ich schon immer schlecht!
  • Mathe/Physik hat nichts mit meinem Leben zu tun, wozu brauche ich das?!

äußert. Zudem bin ich zutiefst besorgt über das aktuelle Erstarken und die breite gesellschaftliche Akzeptanz sog. "Alternativmedizin", die hart erkämpfte Standards der evidenzbasierten Medizin ablehnt oder sich einen pseudowissenschaftlichen Anstrich verleiht und gleichzeitig an Methoden festhält, die fundamentalen physikalischen Prinzipien widersprechen, sowie die weite Verbreitung von Verschwörungstheorien. Als ehrlicher Mensch möchte ich aber nicht verschweigen, dass auch die exzellente Arbeitsmarktperspektive für meine Fächerkombination - neulich wieder öffentlichkeitswirksam in der Klemm-Expertise für die Deutsche Telekom-Stiftung dargestellt - eine Rolle bei der Berufswahl spielte.

Neben meiner Doktorarbeit über reines Skalenverhalten am Plateau-Übergang des ganzzahligen Quanten-Hall-Effekts (hier online verfügbar) habe ich daher in Köln noch die allgemein- und fachdidaktischen Anteile des Lehramtsstudiums für Gymnasien und Gesamtschulen absolviert. Von November 2015 bis April 2017 war ich Studienreferendar am Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Leverkusen und am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Leverkusen. Ab dem Schuljahr 2017/2018 unterrichte ich am Elisabeth-von-Thüringen-Gymnasium in Köln-Sülz. Die tiefgreifenden und hochspezialisierten fachlichen Fragen meines früheren Berufslebens sind nun stark hinter die gleichermaßen interessante Beschäftigung mit der Fachdidaktik und der für jeden Lehrer entscheidenden Frage nach lernwirksamem Unterricht und seiner alltäglichen Umsetzung getreten. Auch hier vertrete ich dezidiert die Auffassung, dass Lehrer keinen Ideologien (unkritischem Einsatz bzw. Glorifizierung von Freiarbeit, Stationenlernen, "offenem Unterricht", "handlungsorientiertem Unterricht nach Meyer" etc.), falschen Propheten oder pseudowissenschaftlichen Konzepten (z.B. sog. "Lerntypen") hinterherlaufen sollten. Vielmehr sind Lehrer professionelle Akteure, die ihr Handeln an Erkenntnissen der pädagogischen Psychologie und empirischen Bildungsforschung ausrichten. Dabei ist die Erziehung zum mündigen Bürger, der kritisch denkt und ethisch handelt, für mich ein zentrales Ziel der Schulbildung.

Neben alledem bleibt aber auch noch etwas Zeit für den Tischtennissport, Kino und Heimkino.